Präsidial geleitete grenzübergreifende Skitour

Tourenbericht zur Tour Madrisa Rundtour

Eingefügt durch: Johannes Bardill am 20.2.2017 18:19:41, letzte Änderung 23.2.2017 11:06:17

Präsidial geleitete grenzübergreifende Skitour

Wenn der Sektionspräsident ausschreibt, meldet sich die Elite. Elite, das sind nicht die Jungspunde, die meinen, sie müssten sich gegenseitig etwas beweisen. Elite, das sind die alten Häsinnen und Hasen, bei denen die Skis den Weg von selber finden, die Felle bereits die ersten Anzeichen von Glatzenbildung aufweisen und die im Notfall noch wüssten, wie man eine Silvretta Bindung mit einem Fünfräppler richtig einstellt.
Stolz darüber, dass wir dazu gehören, und gehorsam wie zwei Primarschulkinder warten Annatina und ich eine Viertelstunde vor dem ausgeschriebenen Zeitpunkt bei der Madrisabahn Talstation. Wir wissen, auch für Erich, den präsidialen Tourenleiter geht es heute um einiges. Z.B: um unsere Stimme für die Wiederwal im nächsten Vereinsjahr.
Es ist ein Kommen und Gehen und wir sehen so manches bekannte Gesicht nur keine SAC-ler. Um fünf vor erscheint dann doch noch Regula, die uns beruhigt, weil sie weiss, dass Erich den Zeitpunkt um 10 Minuten verschoben hat. Sie hilft uns geduldig beim Warten. Zehn Minuten später passiert ein Promi unsren Sammelplatz. Es ist ein Politiker und Chefredaktor einer Schweizer Wochenzeitung, die gerne alle möglichen Eliten in die Pfanne haut. Wir sind nicht unglücklich, dass wir das Bähnchen nicht mit ihm teilen müssen. Dann kommen Conny und endlich Erich, dessen Bus Verspätung hatte. Von ihm erfahren wir auch, dass ein Teil der Elite bereits bei der Bergstation wartet.
In der Kabine sitzen wir dann neben zwei richtigen Primarschülern aus Küblis und Pany und wir geben uns gegenseitig Mühe, einen guten Eindruck vom SAC bzw. von der Primarschule zu hinterlassen. Die Bergfahrt wird dadurch richtig kurzweilig und wir alle sind der Meinung, die Sache mit dem Eindruck sei uns bestens gelungen.
Oben angekommen kann es dann endlich los gehen und zwar mit einem Kaffee im neuen Bergrestaurant, wo uns Ruth, Maria und Mario erwarten. Dann instruiert Erich die Gruppe betreffend der grenzüberschreitenden Expedition: Wetter prächtig, Pulver gut, Lawinengefahr erheblich, Fahrweise defensiv, Material komplett, Schlussmann wie immer Mario.
Gestärkt und belehrt geht es weiter. Die Verkehrsmittel werden von Mal zu Mal bescheidener. Nach der Gondel die Sesselbahn mit Sitzheizung, anschliessend das warme Füdli zur Abkühlung am Skiliftbügel, dann ein paar Schritte auf den fellbewehrten Skis und schliesslich der nackte Belag im steindurchsetzten Pulverhang nordseits des Rätschenjochs. Mit gebotener Vorsicht befahren und begehen wir die frisch verschneite Landschaft über das Madrisajoch. Dazwischen machen Legenden von beobachteten und erlebten Lawinenniedergängen, superlativisch kalten Skitouren und spektakulären Ski- und Belagsschäden die Runde. Der eine oder andere Witz ist ebenfalls zu vernehmen.
Auf der Abfahrt nach Gargellen folgen wir aus Sicherheitsgründen einer bereits gelegten Spur durch das Blockfeld hinter dem Madrisajoch. Auch hier sind die Steine nahe. Dort wo das Gelände zur Valzifenzalp abzufallen beginnt, gelingt eine Reihe prächtiger Tiefschneeschwünge. Etwas weiter unten ist die dünne Neuschneedecke durch die Sonne bereits leicht gebunden, und es löst sich eine kleine Lawine unter uns, was uns erneut die Vorsichtsregeln in Erinnerung ruft.
Der Aufstieg zum Riedchopf beginnt wieder wie auf die bereits gewohnt bequeme Weise mit der Gondelbahn von Gargellen auf den Schafberg, wo auch eine kurze Einkehr im Bergrestaurant nicht fehlen darf.
Gestärkt mit Semmelknödel, Spezi, Leberkees und beschwingt durch die fröhliche Tafelmusik aus den Lautsprechern, machen wir uns auf zur Sesselbahn, die uns an den Ausgangspunkt des nächsten Aufstiegs bringt. In der Schattenseite der Gargellner Alp ist es klirrend kalt. Mit klammen Fingern montieren wir ein letztes Mal die Felle und machen uns an den Anstieg über das Gargällerjoch Richtung Riedchopf. Die Abfahrt nach Partnun ist mit alten und neuen Spuren stark verfahren. Nach der engen Stelle zuoberst wirken sich aber die rund 30cm Pulverschnee günstig auf den Fahrgenuss aus.
Infolge Überbevölkerung verzichten wir auf eine Einkehr im Berghaus Sulzfluh und nehmen den Weg Richtung Postautohaltestelle unter die Bretter. Die knappe Stunde Wartezeit in der Rüti verbringen die einen mit Warten an der Abendsonne. Die anderen ziehen weiter bis St. Antönien Platz, wo es im Gemsli einen feinen Punsch zu geniessen gibt.
Und hier nun, ganz zum Schluss, kommt die Erfahrung der alten Häsinnen und Hasen zum Tragen. Diese besteigen nämlich das ankommende leere Postauto und fahren bergwärts zum Wendeplatz in die Rüti. Dort findet die Gruppe wieder zusammen und sitzt bei der Talfahrt bereits, wenn im Platz der grosse Ansturm auf die letzten Stühle beginnt. Nein, die Elite hat sich skitechnisch und alpinistisch nichts mehr zu beweisen, sie ist einfach froh, wenn sie am Abend einen Sitzplatz hat.
Und was ich noch anmerken möchte: Wir danken dem präsidialen Tourenleiter für den schönen Skitag und empfehlen ihn wärmstens zur Wiederwahl im nächsten Januar.

Gruss
Johannes Bardill

Tour Madrisa Rundtour

TourenleiterIn
Erich Zweifel
Datum
18.2.2017 [Sa]
Anmeldeschluss
16.2.2017
Tourencode
ST/BC/WS+
Tourengruppe
Aktive
Tourenstatus
Durchgeführt
Tourenwoche
BergführerIn

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